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Bücher selbst fotografieren

In vielen Archiven, Lesesälen und Sondersammlungen sind Scanner nicht erlaubt, das Handy aber schon. Das genügt: Ein heutiges Handy macht Aufnahmen, aus denen die Texterkennung gute Ergebnisse holt – wenn beim Fotografieren ein paar Dinge stimmen. Alles, was dabei schiefgeht, muss später repariert werden. Eine gute Aufnahme spart die ganze Nachbearbeitung.

Das Wichtigste: jede Seite einzeln

Fotografieren Sie erst die linke, dann die rechte Seite, jede für sich. Das sind doppelt so viele Aufnahmen, aber es gibt hinterher nichts zu trennen, und jede Seite füllt das Bild. Das ist der wichtigste Rat überhaupt.

Sind es doch Doppelseiten geworden, ist das kein Unglück: Scans vorbereiten teilt sie – siehe PDF oder Bilder einlesen.

Kamera und Buch

Die Seite füllt das Bild

Die Texterkennung braucht etwa 300 Bildpunkte je Zoll. Faustregel: Eine Buchseite von 15 cm Breite braucht etwa 1800 Bildpunkte in der Breite. Jedes heutige Handy schafft das mühelos, wenn die Seite das Bild füllt – aber nicht, wenn sie klein in der Mitte liegt und ringsum der halbe Tisch zu sehen ist. Gehen Sie also nahe heran, bis nur noch ein schmaler Rand um die Seite bleibt. Nicht mit dem Finger heranzoomen: Das vergrößert nur das Bild, nicht die Schärfe – lieber das Handy näher halten.

Kleine Schrift, Fußnoten und Fraktur danken es, wenn Sie lieber noch etwas näher gehen.

Licht

Reihenfolge, Dateiformat und Dateinamen

Einlesen: in der Bibliothek Öffnen … → Ordner wählen … und den Ordner zeigen. Das Programm liest die Bilder in der Reihenfolge ihrer Namen ein – weiter geht es wie unter PDF oder Bilder einlesen.

Erst eine Probe

Bevor Sie 300 Seiten im Lesesaal fotografieren: zwei, drei Seiten aufnehmen, einlesen und die Ampel ansehen. Ist sie grün, fotografieren Sie weiter wie bisher. Ist sie gelb oder rot, liegt es fast immer an einem der Punkte oben – meist ist die Seite zu klein im Bild, schief oder unscharf. Das lässt sich jetzt noch ändern; nach dem Besuch im Archiv nicht mehr.

Wenn es doch Doppelseiten sind

Buch-Scan-Apps

Es gibt Apps fürs Handy, die schon beim Fotografieren Doppelseiten teilen, die Wölbung zum Bund hin glätten und Finger wegretuschieren – etwa vFlat Scan (Android und iPhone). Zum Ausprobieren kostenlos; für ganze Bücher braucht man ein Abonnement, im App Store im September 2026 etwa 4 bis 5 US-Dollar im Monat oder 36 bis 40 im Jahr. Die Bilder aus einer solchen App lassen sich wie jedes andere PDF oder jeder Bilderordner einlesen.

Bedenken Sie dabei: Die Fotos laufen durch die App eines fremden Anbieters, und ob sie das Handy dabei verlassen, legt der Anbieter nicht offen. Für Archivgut, das Sie nur unter Auflagen fotografieren dürfen, fragen Sie im Zweifel vorher nach. Der Fraktur-Korrektor selbst schickt nichts ins Internet.