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Mit Transkribus arbeiten

Die Angaben zu Transkribus – Preise, Knöpfe, Modelle – sind am 9. Oktober 2026 auf transkribus.org und help.transkribus.org nachgeprüft. Transkribus ändert seine Oberfläche und Preise gelegentlich; wenn etwas anders aussieht, gilt, was Sie dort sehen.

Transkribus ist ein Dienst der europäischen Genossenschaft READ-COOP zur Texterkennung in historischen Dokumenten. Für Frakturdrucke liefert er meist deutlich bessere Ergebnisse als Tesseract – vor allem bei mäßigen Vorlagen. Der Fraktur-Korrektor ist für genau diese Arbeitsteilung gebaut: Transkribus erkennt, der Fraktur-Korrektor macht das Korrekturlesen bequem.

Was man wissen sollte

Was es kostet

Transkribus rechnet in Credits ab. Die Zahlen hier stammen von https://www.transkribus.org/plans und https://help.transkribus.org/credit-system (Stand 9. Oktober 2026); alle Preise verstehen sich einschließlich 20 % österreichischer Mehrwertsteuer. Prüfen Sie sie vor dem Kauf – sie ändern sich.

Konto Credits Preis
Free 50 im Monat kostenlos
Scholar 900 im Jahr 99 € im Jahr (oder 19,99 € im Monat)
Team (bis 5 Personen) 1 500 im Jahr 449 € im Jahr (oder 69 € im Monat)
Credits einzeln nachkaufen 250 59,50 €, ohne Abo; verfallen nie

Was ein Auftrag kostet, je Seite:

Auftrag Credits
Texterkennung Druck samt Zeilen – Ihr Fall 0,5
Texterkennung Handschrift samt Zeilen 1
Nur Zeilen finden (Layout, Schritt 4 – meist nicht nötig) 0,25
Tabellen oder Formularfelder erkennen 1

Hochladen, Herunterladen und Korrigieren kosten nichts.

Rechenbeispiel: Ein Buch mit 400 Seiten braucht 400 × 0,5 = 200 Credits. Mit dem kostenlosen Konto sind das vier Monate zu je 50 Credits – oder einmal 250 Credits nachkaufen (59,50 €); dann bleiben noch welche übrig. Vor jedem Auftrag zeigt Transkribus die Kosten an und startet erst auf Ihren Klick (Schritt 5); ein Versehen kostet also nichts.

Grenzen des kostenlosen Kontos (laut Preis- und Hilfeseiten, Stand 9. Oktober 2026):

Schritt für Schritt

Die Oberfläche von Transkribus ist englisch; die Knöpfe stehen hier darum so, wie sie dort heißen (Stand: Oktober 2026). Rechnen Sie fürs erste Mal mit einer halben Stunde.

1. Konto anlegen und anmelden

Auf transkribus.org rechts oben auf „Get Started" klicken, das Formular ausfüllen und die E-Mail-Adresse bestätigen. Danach melden Sie sich jederzeit über „Log In" an. Sie landen in der Web-Anwendung; alles Weitere geschieht dort.

2. Eine Sammlung anlegen

Eine Collection ist eine Schublade für Ihre Bücher; ohne sie geht es nicht.

  1. Links im Menü auf „Collections".
  2. Rechts auf „+ New Collection".
  3. Einen Namen eintippen, etwa den Buchtitel, und auf „+ Create".

3. Die Seitenbilder hochladen

  1. Die eben angelegte Sammlung anklicken, sodass sie geöffnet ist.
  2. Oben rechts auf „Upload".
  3. Die Dateien hineinziehen oder über „Browse" auswählen. Welche Dateien? Laden Sie immer die Bilder hoch, die Sie am Ende lesen wollen – Transkribus trennt keine Doppelseiten und richtet nichts gerade.
  4. Haben Sie die Scans im Fraktur-Korrektor vorbereiten lassen (Doppelseiten geteilt, geradegerichtet): die Dateien aus dem Ordner …/aufbereitet im Buchordner. Nach ScanTailor: die Dateien aus dessen Ausgabeordner …/scantailor/out. Das sind die getrennten, geraden Einzelseiten (TIFF nimmt Transkribus an).
  5. Haben Sie dieses Ergebnis schon im Fraktur-Korrektor eingelesen: die Bilder aus dem Ordner img dieses Buchs – inhaltlich dasselbe, nur durchnummeriert. Den Ordner müssen Sie nicht suchen: In der Bibliothek steht beim Buch der Knopf Für Transkribus vorbereiten. Das Programm nennt den Ordner, legt ihn in die Zwischenablage und öffnet ihn im Dateifenster, sodass Sie ihn gleich hineinziehen können. Das ist auch der Weg, der die Seiten später am sichersten wieder zuordnet.
  6. War der Scan schon in Ordnung: die Bilder aus img Ihres Buchordners oder gleich das PDF, Transkribus zerlegt es selbst in Seiten.

Nachsehen lohnt sich: Sind es so viele Dateien, wie das Buch Seiten hat? Bei getrennten Doppelseiten müssen es doppelt so viele sein wie Blätter im Scan. 4. Bei „Title" einen Namen für das Dokument eintragen. 5. Auf „Submit". Den Fortschritt sehen Sie links im Menü unter „Processes & Activity"; bei vielen Seiten dauert es.

Erlaubt sind laut Transkribus-Hilfe JPG, PNG und TIFF (je Bild bis 20 MB, bis 3000 Dateien auf einmal) sowie PDF (je Datei bis 512 MB). Empfohlen sind etwa 300 dpi – genau das liefert der Fraktur-Korrektor; mehr bringt nach Angabe von Transkribus nichts.

4. Nur bei schwierigem Satz: die Zeilen vorab finden lassen (Layout)

Die Texterkennung in Schritt 5 sucht die Zeilen von selbst; für ein gewöhnliches Buch können Sie diesen Schritt überspringen. Lohnend ist er bei zwei Spalten, Tabellen oder verwinkeltem Satz: Dann sehen Sie das Ergebnis an und können es in Transkribus berichtigen, bevor der Text erkannt wird.

  1. Im Dokument oben links das Kästchen anklicken, das alle Seiten auswählt.
  2. Auf „Process with AI".
  3. Oben bei Process Type statt „Text Recognition" „Layout Analysis" wählen. Als Modell empfiehlt die Transkribus-Hilfe Mixed Line Orientation, Universal Lines oder Horizontal Line Orientation. Kosten: 0,25 Credits je Seite. Dann „Start recognition".

Blättern Sie danach eine Seite durch: Über jeder Textzeile sollte eine Linie liegen. Sitzen die Linien schief oder fehlen sie, hilft meist ein besseres Bild (ScanTailor) mehr als eine andere Einstellung.

5. Den Text erkennen lassen

  1. Im Dokument oben links das Kästchen anklicken, das alle Seiten auswählt, und auf „Process with AI".
  1. Der Bereich „Text Recognition" ist schon gewählt. Im Suchfeld ein Modell suchen – nach dem Namen oder nach „Fraktur“:
Modell wofür Fehlerquote laut Modellseite
Transkribus Print M1 alle Drucke, Fraktur und Antiqua, 14 Sprachen – die sichere Wahl 2,2 % der Zeichen
ONB_Newseye_GT_M1+ deutsche Fraktur, spätes 18. bis Mitte 20. Jahrhundert; Zeitungen der Österreichischen Nationalbibliothek 1,1 %
NZZ Gold Standard M1+ deutsche Fraktur 1780–1940; Titelseiten der Neuen Zürcher Zeitung 0,5 %

Die Fehlerquoten stammen von den Modellseiten auf transkribus.org (Stand 9. Oktober 2026) und gelten für die Prüfseiten des jeweiligen Modells, nicht für Ihr Buch – die kleinere Zahl ist nicht von selbst das bessere Modell für Sie. Im Zweifel Transkribus Print M1. Für ein Buch von 1850 bis 1940 lohnt ein Vergleich an zwei, drei Seiten. Das Super-Modell der bezahlten Konten (Text Titan II, seit Juni 2026, Druck und Handschrift in zwölf Sprachen) brauchen Sie für sauberen Frakturdruck in der Regel nicht.

  1. Transkribus zeigt an, wie viele Credits der Auftrag kostet (0,5 je Seite) und wie viele Sie noch haben. Erst dann auf „Start recognition".

Danach dürfen Sie den Rechner ausschalten. Die Erkennung läuft auf den Servern von READ-COOP in Österreich, nicht bei Ihnen; Ihr Computer wird dafür nicht gebraucht. Nur beim Hochladen (Schritt 3) muss er an bleiben, bis es abgeschlossen ist.

Je nach Andrang dauert die Erkennung Minuten bis zu einem Tag. Für ein ganzes Buch geben Sie den Auftrag am besten abends und sehen am nächsten Morgen nach: Den Stand finden Sie links im Menü unter „AI Lab" („RUNNING“ heißt: läuft gerade, „CREATED“: wartet noch), das fertige Ergebnis außerdem im Dokument selbst.

6. Das Ergebnis herunterladen

  1. In der Sammlung das Dokument (oder alle Seiten) auswählen.
  2. Oben auf den Knopf „Action" und darin auf „Export".
  3. Als Format „Page XML" wählen – nicht PDF, nicht Word. Darin stecken die Zeilen samt ihrer Lage im Bild, und genau das braucht der Fraktur-Korrektor, um den Text Zeile für Zeile neben dem Seitenbild mitzuführen. Den einfachen Textexport liest das Programm zwar auch, aber der enthält nur den Wortlaut: Die Zeilen lassen sich dann nicht mehr im Bild zeigen.

Bilder mitnehmen? Liegt das Buch schon im Fraktur-Korrektor, brauchen Sie sie nicht – die Seitenbilder sind ja schon da. Ist es ein neues Buch, wählen Sie zusätzlich „Images": Dann steckt alles in einer Datei, und Sie müssen beim Einlesen keine Bilder suchen. 4. Auf „Start export".

  1. Sie bekommen eine E-Mail mit einem Link (zwei Wochen gültig). Ohne E-Mail: links im Menü unter „Processes & Activity" → „Up- & Downloads" beim fertigen Export ganz rechts auf die drei Punkte und „Download".

Sie erhalten eine ZIP-Datei. Entpacken müssen Sie sie nicht.

7. Zurück in den Fraktur-Korrektor

Liegt das Buch schon in Ihrer Bibliothek – weil Sie es vorher mit Tesseract eingelesen haben –, dann gehört der Text dorthin und nicht in ein neues Buch: in der Bibliothek beim Buch auf Erkannten Text einlesen klicken und die ZIP-Datei wählen. Ihre Seitenbilder bleiben, wo sie sind; Sie müssen nichts suchen und nichts doppelt anlegen. Das Programm sagt Ihnen danach, wie viele Seiten es ersetzt hat und wie es sie zugeordnet hat.

Ist es ein neues Buch: Bibliothek → Öffnen … → Datei wählen … → die ZIP-Datei. Das Programm erkennt den Export von selbst. Fehlen darin die Bilder, schlägt es einen Bilderordner vor, der genau so viele Bilder hat, wie der Export Seiten – oder Sie fügen die Bilder später mit Seitenbilder hinzufügen an. Einzelheiten: Ein Buch öffnen.

Danach

Beim Import trennt das Programm Kopfzeilen und Fußnoten ab und markiert unbekannte Wörter rot. Typische Verwechslungen der Fraktur (ber statt „der“, bie statt „die“, Bolk statt „Volk“) beheben Sie am schnellsten mit der Serienkorrektur (F9) – siehe Bedienung.

Tesseract oder Transkribus?

Tesseract (eingebaut) Transkribus
Kosten kostenlos 50 Credits im Monat frei (etwa 100 Seiten), ein ganzes Buch kostet Geld oder Monate
Datenschutz alles bleibt auf Ihrem Rechner Bilder werden hochgeladen
Aufwand ein Klick Konto, Hochladen, Warten, Export
Qualität bei sauberem Scan gut sehr gut
Qualität bei mäßigem Scan (Handyfotos, gewölbte Seiten) oft schwach meist noch gut

Faustregel: Erst mit Tesseract einlesen. Zeigt die Ampel Grün, sind Sie fertig. Bei Gelb oder Rot lohnt sich für ein ganzes Buch der Weg über Transkribus.